Blog-Beitrag April 2026
Wie funktioniert mein Zyklus eigentlich?
Wie digitale Helfer unterstützen können.
Der April ist schon bald vorbei und Ich blicke diesen Monat zurück auf meinen Zyklus und die dazugehörigen Gedanken.
Zum Monatsabschluss merke ich oft, wie hilfreich es ist, innezuhalten und zu sortieren. Ich habe festgestellt, dass ich mir damit Zusammenhänge sichtbarer mache. Gerade mein monatlicher Zyklus ist dabei immer wieder Ausgangspunkt, um zurückzublicken, neue Fragen zu stellen und Erfahrungen zu teilen.
Und wenn ich ehrlich bin, denke ich dabei auch oft an mein jüngeres Ich. Vielfach hatte ich zu wenig Wissen und zu viele offene Fragen. Vielleicht sagst du dir nun «klar, du bist ja auch älter und bringst Lebenserfahrung mit.» Das mag sein, jedoch wusste ich in meinen ganz jungen Jahren wenig über meinen Zyklus. Ich wusste, dass ich einen habe aber nicht, wie sehr er meinen Alltag, meine Energie und mein Wohlbefinden beeinflusst.
Gerade im Zusammenhang mit meiner zyklischen Migräne hätte ich mir dieses Wissen sehr gewünscht. Damals habe ich Symptome getrennt betrachtet, ausgehalten, hingenommen. Ohne zu erkennen, dass sie regelmässig wiederkehrten. Dass mein Körper nicht „überreagiert“ hat, sondern mir etwas zeigen wollte.
Rückblickend hätte mir allein dieses Verständnis viel Entlastung gegeben.
Der Moment, in dem ich begonnen habe, bewusst hinzuschauen
Nach über 12 Jahren Migräne entschied ich mich mit Anfang meiner 30er‑Jahre die Pille abzusetzen. Der Impuls gab mir mein Partner. Er meinte immer «er könne es sich nicht mehr ansehen und es wäre ein Versuch wert, um zu schauen ob dies die Migräne beeinflusst».
In den ersten Monaten traten Nebenwirkungen wie Haarausfall und Akne auf. Ich begann, mehr und mehr meinen Zyklus zu beobachten. Eigentlich simpel.
Ich schrieb auf, machte mir Notizen, achtete auf Veränderungen. Wann kommt meine Periode? Wie fühlt sich mein Körper in den verschiedenen Phasen an? Wann ist meine Belastbarkeit höher, wann niedriger?
Diese Zeit war entscheidend. Ich begann Zusammenhänge zu erkennen inkl. dem Blick auf meine Migräne.
Anstelle sich selbst zu optimieren, beginnt die Reise den eigenen Rhythmus zu finden.
Mit der Zeit entstand daraus Vertrauen. Ich hörte auf, mich jeden Monat gleich zu behandeln und mich zu fragen, warum mein Körper nicht konstant ist.
Inzwischen kann ich sagen, dass ich meinen Rhythmus gefunden habe. Klar, kein Zyklus verläuft immer gleich, es geht darum ihn zu lesen.
Mit dem Start meiner Ausbildung zur Zyklus‑ und Hormonbalance‑Trainerin Anfang dieses Jahres wurde mir noch klarer, wie verbreitet Wissenslücken rund um den Zyklus sind. Nicht nur bei jungen Frauen, sondern auch bei Frauen meinem Alters.
Warum ich mir bewusst einen Zyklusring gekauft habe
Ich war motiviert mir einen Zyklusring zu kaufen. Nicht, weil ich ihn brauche, um meinem Körper zu vertrauen und auch nicht, weil Zyklusbewusstsein ohne Technik nicht möglich wäre. Es war mir ein grosses Anliegen meinen Zyklus, auf einer messbaren Ebene, noch tiefer zu verstehen. Nicht zuletzt, weil ich dieses Wissen reflektiert und verantwortungsvoll an andere Frauen weitergeben möchte.
Als Zyklus‑Trainerin war und ist es mir wichtig, Tools aus eigener Erfahrung zu kennen, sie einordnen zu können und transparent darüber zu sprechen. Der Ring ist für mich kein Muss und kein Massstab. Er ist ganz klar ein Werkzeug unter vielen.
Digitale Tools sind eine Möglichkeit aber kein Muss
Zyklus‑Apps, Temperaturtracking oder Wearables können unterstützen. Sie können vor allem am Anfang eine gewisse Orientierung geben. Und trotzdem ist mir wichtig, klar zu sagen, dass es ist kein Muss ist, einen Zyklusring zu kaufen . Ein Zyklusbewusstsein beginnt nicht mit einem Tool, sondern mit der Aufmerksamkeit.
Es gibt auch leise, nicht-digitale Wege
Rückblickend haben mir vor allem folgende einfache Dinge geholfen, meinen Zyklus besser zu verstehen:
- das Aufschreiben von Beobachtungen
- das Wahrnehmen des emotionalen Zustandes
- zyklisches Planen von Alltag und Pausen
Diese nicht‑digitalen Wege haben mir Vertrauen in meinen Körper zurückgegeben.
Vielleicht beginnt zyklisches Selbstwertgefühl genau dort bei den Fragen, die du dir in jeder Phase stellen kannst:
- Welche Emotionen und wann waren diesen Monat am häufigsten da?
- Welche körperlichen Signale sind wiedergekehrt?
- Welche drei Dinge haben meinem Körper gut getan?
- Wann habe ich mich sicher gefühlt und was hat diese Sicherheit möglich gemacht?
Mein Fazit
Definitiv hätte ich mir gewünscht, früher mehr über meinen Zyklus zu wissen auch meiner Migräne zuliebe. Zu Beginn ging es mir um Kontrolle, jedoch stellte ich sehr schnell fest, dass dies so nicht funktioniert.
Inzwischen nutze ich Wissen, Erfahrung und den Zyklusring bewusst als Werkzeuge und Unterstützung. Und ich gebe weiter, was mir selbst lange gefehlt hat:
· Orientierung
· Vertrauen
· Selbstwirksamkeit.
Dieser Blog soll nicht belehrend sein, ich möchte mehr zum Nachdenken animieren. Die entscheidende Frage dabei ist nicht, was sich noch messen lässt, sondern was dir hilft, dir selbst wirklich zuzuhören.
Ich wünsche einen guten Start in den nächsten Monat Mai.
Von Herzen
Stephanie